Integration oder Separation behinderter Schülerinnen und Schüler?

Der LDF stellt sich dem Thema und hat dazu eine Filmtrilogie in Auftrag gegeben.

Teil 1 der Trilogie: «Ich heisse Yves Kilchör, bin Radiomoderator und sehbehindert.»
Hauptperson ist der sehbehinderte Radiomoderator Yves Kilchör, der das Ziel der obligatorischen und nachobligatorischen Schule erreicht hat. Er ist ausgebildeter Journalist und arbeitet als Radiomoderator. Sein Weg dahin ging durch Separation als auch durch Integration.
Buch und Regie: Thomas Zenger
Kamera und Sound: Ronny Steck
Alle Filmteile werden mit Musik aus Silent Partner – Grass (youtube library) und Chris Zabriskie –  Don’t See the Branches, I See the Leaves, http://chriszabriskie.com/dtv/  –  https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ untermalen.

Der erste Teil der Trilogie «Ich heisse Yves Kilchör, bin Radiomoderator und sehbehindert» zeigt beispielhaft auf, wie Yves Kilchör als kleiner Bub, dann als ausprobierender Teenager und nun als erwachsener Mann seine Kompetenzen aufgebaut hat und einsetzt. Sein Weg ging dabei durch Separation und Integration.  
Die Ziele der obligatorischen Schule, wie in Art. 3 des Schulgesetzes des Kantons Freiburg (Link zum Schulgesetz) festgelegt, sind erreicht, wenn eine berufliche und  soziale Integration ermöglicht wurde, jede und jeder selbstbestimmt leben kann und sich gegenüber den Mitmenschen respektvoll verhält.
Der Kanton Freiburg kennt eine integrative und eine separative Schulform, aber nur eine Entweder-oder-Form. Das Gesetz über Sonderpädagogik geht nächstens in den Grossen Rat. Grundsätzlich werden aber bereits heute Kinder mit einer Behinderung in die Regelklasse integriert. Separiert geschult in einer Sonderklasse werden sie unter ganz bestimmten Umständen. Entschieden wird dies nach einer formalisierten Abklärung.
Bei beiden Formen geht es in erster Linie darum, Potentiale der Kinder zu erkennen, sie entsprechend zu fördern  und Kompetenzen aufzubauen, die den Art.3 erfüllen.
Behinderte Kinder haben, wie im ersten Teil der Trilogie aufgezeigt wird, zusätzliche Kompetenzen und Fertigkeiten aufzubauen, die ihre ganz spezifische Behinderung betreffen. Integriert in die Regelklasse bedeutet dies, dass entweder die Regelklassenlehrperson, unterstützt durch eine Heilpädagogin/ einen Heilpädagogen, dies als ihre Aufgabe im Rahmen der normalen Schulzeit übernimmt oder aber das behinderte Kind ausserhalb dieser Regel-Zeit anderswo diese Kompetenzen aufzubauen hat. Gelingt dies nicht, löst es eine Separation aus, d.h. die Eingliederung in eine Sonderschule.
Der zweite Teil der Filmtrilogie «Was für eine Schule braucht ein behindertes Kind?» beschäftigt sich mit den Fragen nach Gelingensbedingungen und Erfolgsfaktoren für eine Integration.

«Bei einer Frau achte ich sehr auf das Aussehen»

SRF: True Talk: Yves Kilchoer ist stark sehbehindert - er sieht zwei Prozent dessen, was ein «normaler» Mensch sieht. Trotzdem geht er mit offenen Augen durchs Leben – nicht nur, was Frauen angeht. Bei «True Talk» erklärt er, warum man ihn keineswegs bemitleiden muss.

Der zweite Teil der Filmtrilogie «Was für eine Schule braucht ein behindertes Kind?» beschäftigt sich mit den Fragen nach Gelingensbedingungen und Erfolgsfaktoren für eine Integration.

Yves Kilchör, der als sehbehindertes Kind sowohl die Separation wie auch die Integration erlebt hat, interviewt dazu zwei Fachpersonen, Margaretha Glauser und Monique Piller, die seine Wegbegleiterinnen waren.
Der Kanton Freiburg hat mit Art. 4 des Gesetzes über die obligatorische Schule des Kantons Freiburg (9. Sept. 2014) einen besonderen Artikel geschaffen, der sich zur Schulkultur äussert. Damit spricht er Rahmenbedingungen an.
Art. 4      Schulklima
1 Die Schule legt besonderen Wert auf ein gutes Schulklima. Sie will möglichst gute Lehr- und Lernbedingungen schaffen, damit die Schülerinnen und Schüler erfolgreich lernen können und die Lehrkräfte bei der Erfüllung ihrer Aufgabe die notwendige Unterstützung erhalten.
Margaretha Glauser coacht sehbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene aber auch Schulen und Lehrpersonen im Auftrag der Blindenschule bei der Integration dieser Menschen.  Monique Piller kennt die Seite der IV. Sie war während Yves Kilchörs Schulzeit stellvertretende Leiterin der IV Freiburg. Ihre Überlegungen und Aussagen geben dem Gesetzesartikel zum Schulklima konkrete Inhalte. Beide haben eine grosse Erfahrung mit vielen anderen Behinderten und Netzwerkpersonen. Sie nennen im Gespräch Erfolgsfaktoren, sprechen notwendige Rahmenbedingungen an und äussern sich zu Chancengleichheit durch integrative oder separative Schulung. Ihre Aussagen öffnen den Blickwinkel und geben Tiefe.
Was Yves Kilchör als betroffener Behinderter aus seiner Sicht heraus zum Thema Integration in die Regelschule sagt, ist im letzten Teil der Trilogie «Als Behinderter wünsche ich mir von der öffentlichen Schule …»  zu hören.

Teil 3 der Trilogie: «Als Behinderter wünsche ich mir von der öffentlichen Schule…?»
Im dritten Teil der Trilogie äussert sich Yves Kilchör als Behinderter zu seinen Wünschen an die öffentlichen Schule. Seine Botschaft geht alle an, denn sie beruht auf der Erfahrung eines Betroffenen.

Behinderung muss keine Verhinderung sein.
Walter Ludin, Schweizer Journalist